Diakonie
Der Diakonieausschuss der Evangelischen Hoffnungsgemeinde Rhein-Ahr
Der griechische Ursprung des Begriffs Diakonie bedeutet Dienst, zunächst in der urchristlichen Tischgemeinschaft. Heutzutage ist „Diakonie der soziale Dienst der evangelischen Kirchen. Wir verstehen unseren Auftrag als gelebte Nächstenliebe“ (s. www.diakonie.de). In der katholischen Kirche verwendet man den Begriff „Caritas“. Diakonie ist neben der Verkündigung eines der Wesensmerkmale der Kirche. Diese zentrale Rolle der Diakonie für die Kirche erklärt auch, warum in unserer Rheinischen Landeskirche jede Gemeinde einen Diakonieausschuss haben soll. So ist das auch bei uns.
Seit der Fusionierung der Gemeinden Remagen-Sinzig und Oberwinter arbeiten Menschen aus allen drei Gemeindeteilen im Diakonieausschuss mit, die vom Bevollmächtigtenausschuss beauftragt wurden: Unter Vorsitz von Helga Hoffmann treffen sich Monika Bliss, Sonja Freund, Simone Nickel, Rosemarie Pante, Ursula Schindele und Beate Surek mehrmals im Jahr, nicht gerade, um Brote zu schmieren oder für kalte Winternächte Schlafsäcke an Obdachlose zu verteilen – obwohl es auch das schon gegeben hat. Unsere Aufgabe ist es vielmehr vor allem, die diakonische Arbeit unserer Gemeinde zu koordinieren und über anstehende Fragen zu beraten. Auch unsere Pfarrerinnen sind qua Amt im Diakonieausschuss vertreten.
Es gibt jährlich aus dem Gemeindebudget eine feste Finanzzuweisung als Diakonieetat, der durch einzelne Spenden und Kollekten aufgestockt wird. Aus diesem Geld speist sich z.B. unsere „Weihnachtsdiakonie“, bei der wir kleine Weihnachtszuwendungen einzelnen Menschen aus dem Bereich unserer Gemeinde zukommen lassen, von denen wir wissen, dass sie sonst nicht so reichlich beschenkt werden. Der Diakonieetat dient aber vor allem das Jahr über zur Unterstützung in Notlagen, manchmal mit einem Einkaufsgutschein, manchmal mit einem Zuschuss für eine dringend nötige Anschaffung, für die sonst das Geld fehlen würde, manchmal auch mit einem Vorschuss für größere Ausgaben, den die EmpfängerInnen später zurückzahlen. Auch die Arbeit der Kindergärten gehört zum Zuständigkeitsbereich der Diakonie, deshalb fördern wir bestimmte Projekte im evangelischen Kindergarten Oberwinter, die anders nicht finanziert werden können. Und weil Diakonie auch immer etwas mit Gemeinschaft zu tun hat (s.o.), ermöglichen wir auch schon mal eine gemeinsame Unternehmung von Kindern, deren Familien sich eine Urlaubsreise nicht leisten können, oder von Seniorengruppen aus unserer Gemeinde.
Kontakte zu bedürftigen Menschen entstehen u.a. durch Hinweise von Gemeindegliedern, bei Gesprächen mit den Pfarrerinnen oder über Anfragen an die Gemeindebüros. Dabei geht es auch nicht immer um Geld: Mal wird stattdessen dringend eine Wohnung gebraucht, mal eine Kinderbetreuung. Wir haben für so etwas keinen Zauberstab und finden auch nicht in jedem Fall eine Lösung, versuchen aber, unsere Beziehungen und die Schwarmintelligenz fruchtbar zu machen.
Apropos Beziehungen: Die Diakonie der Evangelischen Kirchengemeinde ist im sozialen Bereich natürlich nicht der einzige Akteur in den Stadtgebieten von Remagen-Sinzig. Wir sind deshalb in Kontakt und Austausch u.a. mit den anderen Kirchengemeinden, mit der Gemeindeschwester plus, mit der Tafel, der Bürgerstiftung (https://www.buergerstiftung-remagen.de/) oder auch der Beratungsstelle EUTB BSK-Mittelmosel (www.eutb-bsk-mittelmosel.de)*.
Es ist für uns nicht immer einfach, bedürftige Menschen im Blick zu behalten, denn wie auch andere soziale Institutionen haben wir die Erfahrung gemacht, dass Not sich oft versteckt aus Scham oder aus dem Gefühl heraus, anderen gehe es doch noch viel schlechter als einem selbst. Als christliche Kirche treibt uns aber die Überzeugung an, dass alle Menschen gleich viel wert sind und jeder und jede das Recht auf ein möglichst sorgenfreies Leben hat. Im Rahmen unserer Möglichkeiten wollen wir dazu beitragen. Wenn Sie also in einer Notlage sind oder von einer Notlage erfahren, bei der wir helfen könnten, zögern Sie nicht uns anzusprechen.
*Diese sehr segensreiche Einrichtung, ansässig in der Marktstraße 95 in Remagen, ist vielleicht noch viel zu wenig bekannt: Sie wird gefördert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales; ihre beiden Mitarbeiterinnen unterstützen engagiert, kostenlos und unabhängig bei den unterschiedlichsten sozialen Problemen von A wie Antragstellung bis Z wie (Suche nach) Zuschüssen. Näheres auf der Homepage s.o. oder nach Anmeldung vor Ort.